Dienstag, 2. Juli 2013

Hand Cut - Claire Brewster

--> Die Menschheit hat die Welt über Jahrhunderte kartografiert, um sich in ihr zurechtzufinden und ihre Phänomene wissenschaftlich zu entschlüsseln. Bevölkerungs-, Straßen-, Landkarten und Stadtpläne haben seit jeher in ihrer scheinbar chaotischen Struktur eine ganz spezielle Wirkung auf uns. Es sind vereinfachte Kopien unserer Umwelt und Instrumente, unser Leben und die Natur, die uns umgibt, zu verstehen.
Claire Brewster nutzt „das metaphorische Talent“ des Kartenmaterials, um unsere Wahrnehmung der Natur neu zu inspirieren. Sie schneidet Vögel, Bienen, Schmetterlinge und Pflanzen aus ihm heraus, und zwar so realistisch und detailgetreu, dass man meinen könnte, die Tiere wären lebendig. Mit einfachen Stecknadeln werden sie an die Wand gepinnt, ganz zaghaft, sodass zwischen Papier und Wand noch Platz bleibt. Auf diese Weise verleiht Brewster ihren Wesen Dreidimensionalität, denn ihre Schatten machen sie körperlich.

Ihre Silhouetten und anatomischen Details werden sorgfältig von Hand aus den Karten herausgeschnitten. Linien, Zeichen und Symbole, Konturen, Schriften, Breiten- und Längengrade harmonieren reizvoll abstrahierend mit den natürlichen Konturen der ausgeschnittenen Tiere. Claire Brewsters Geschöpfe kennen keine Grenzen und Sackgassen; sie agieren unabhängig, fernab jeder menschlichen Ordnung. Jedes von ihnen ist freier als wir selbst: Wir glauben nur, dass uns die Welt gehört, in Wahrheit aber sind wir völlig machtlos! Das ist die versteckte Botschaft, die Brewsters eindrucksvolle Kreationen in die Welt tragen.Auch der Gedanke, den Dingen, die ihren ursprüngliche Zweck verloren haben, einen neuen zuzuweisen, gefällt ihr. Heute sind digitale Wegweiser per Satellit und Navi auf Knopfdruck verfügbar. Blind vertrauend nehmen wir Umwege in Kauf und das erweiterte Umfeld kaum wahr. Claire Brewster hingegen liebt die inspirierenden Überraschungen und Entdeckungen, die ihr die herkömmlichen Kartenwerke bieten.

Schon als Kind sammelte Claire Karten von allen Erdteilen: »Ich war fasziniert davon, um die Welt reisen zu können, ohne mein Kinderzimmer dafür verlassen zu müssen.« Noch heute studiert sie die Karten eingehend, aber nun aus einem anderen Grund: Claire will herausfinden, welche Areale sich am besten für die geplanten Silhouetten eignen. Auch die gute Papierqualität und die präzisen Drucke der alten Karten beeindrucken die Künstlerin. Fündig wird sie im Internet, in den Antiquariaten und auf den vielen Flohmärkten der britischen Hauptstadt.
Aufgewachsen ist Claire Brewster in der ländlich geprägten Grafschaft Lincolnshire an der Ostküste. Zum Studieren ging sie nach London. Sie schrieb sich an der Middlesex University für Textiltechnik ein. Claire Brewster blieb und lebt und arbeitet nun seit 25 Jahren in der britischen Metropole. Zu Beginn ihrer Künstlerkarriere beschäftigte sie sich überwiegend mit Collagen. 2002 wandte sie das erste Mal die „Paper Cut“-Technik im Kontext einiger ihrer Collagen an. Zu diesem Zeitpunkt ahnte Claire noch nicht, dass sich daraus eine für sie neue und originäre Methode entwickeln wird.



Eine besondere Attraktion geht für Claire Brewster auch von der handwerklichen – kontemplativen – Arbeit des Papierschneidens aus. Der Prozess des Werkelnsund Machens mit den eigenen Händen gefällt ihr außerordentlich gut. Er beinhaltet die Möglichkeit, ursprünglich Geplantes zu verändern, Fehler zu machen und darüber neue Wege zu finden. »Für mich spielt es keine Rolle, wie lange ich für eine Arbeit brauche. Natürlich könnte ich die Silhouetten auch von einer Maschine
ausstanzen lassen, doch ich genieße es, ein Messer in die Hand zu nehmen und die Figuren aus dem Material zu schneiden.«, so Claire. Eine Maschine zu nutzen bedeutete für sie, eine Schranke zwischen sich und ihre Arbeit zu setzen. Sie forciert es also nicht.
2012 experimentierte Claire erstmals mit einem Digital Cutter. Er kann aus allen möglichen Materialien jede beliebige Form schneiden. Natürlich auch ausLandkarten. Damit der Cutter weiß, was er ausschneiden soll, müssen zunächst mittels einer Software aus den eigenen Zeichnungen Vektorgraphiken erstellt werden. Generell sind die Arbeitsabläufe sehr komplex und Fehler darf man nicht machen. Inzwischen kann sich Claire aber vorstellen, sich bestimmte Motive und Arbeiten von der Technik abnehmen zu lassen. Die wachsende Nachfrage und der aktuell hohe Preis für ihre handgeschnittenen Objekte sprechen dafür. Dennoch, ihre eigenen Handzeichnungen maschinell geschnitten empfindet sie selbst als neuartig und fremd.


Ihre thematischen Inspirationen bezieht Claire Brewster zu gleichen Teilen aus einer intensiven Naturbeobachtung, aufmerksamer Zeitungslektüre, ihrem Kartenarchiv und der persönlichen Wahrnehmung ihres Umfeldes Zuhause und auf Reisen. In den letztenJahren kamen auch immer mehr Aufträge dazu, die eine bestimmte Orientierung nahe legten. „Am interessantestenfinde ich den Prozess des Filterns, wenn Eindrücke verschmelzen und eine Inspriation zur Idee wird“, betont Claire. Für die Ausstellung „Art of Mapping“ in der Air Gallery Maifair in London entstand 2011 die Arbeit „The Harbingers“ – eine Installation aus 60 Spatzensilhouetten, die sorgfältig aus geologischen Karten des Vereinigten Königreichs geschnitten wurden. Spatzen werden eher als aufdringlich und Plage wahrgenommen, obwohl ihre Population gerade rapide abnimmt. Immer seltener sieht man die sprichwörtlich frechen Spatzen, die sich lebhaft und vorlaut im Alltag behaupten und mutig ihre Beute auch gegen größere Vögel verteidigen. „Ich wollte mit meiner Installation diesen Vögeln mehr Wertschätzung entgegenbringen und hoffe, damit auch bei meinen Mitmenschen etwas auszulösen“, so die Mittvierzigerin.

„The Birds And The Bees“ war eine Auftragsarbeit 2012 für ein Hotel in London, das zwischen dem Victoria & Albert Museum und dem NaturhistorischenMuseum liegt. Als Ausgangspunkt diente Claire ein Stoffdekor aus dem 18. Jahrhundert, das Vögel und Insekten kombinierte und von Claire im V&A entdeckt wurde. „Die Motive habe ich zunächst mit Bleistift auf Transparentpapier übertragen und dann aus Vintage- Karten von London ausgeschnitten.“, so Claire.

Ihre Installationen erregen viel Aufmerksamkeit und Bewunderung, so wie auch ihr Beitrag zur Ausstellung „Mind the Map“ des Londoner Transport Museums. Das Material stellte dieses Mal das Museum zur Verfügung, darunter auch U-Bahn Pläne aus dem Jahr 1987, in dem Claire nach London zog. Die Künstlerin ließ Unkraut aus den Plänen wachsen. Es lugt dort hervor, wo keiner hinschaut: in den Fugen von Mauerwerk und Gehwegplatten. „From a time when everything seemed possible“ („Aus einer Zeit,als alles noch möglich schien“) nennt Brewster dieses Werk doppeldeutig.


Die jüngste Installation entstand für eine Ausstellung der Manchester Art Gallery „The First Cut“, die noch bis 2014 durch England tourt. Claire Brewster lässt dieses Mal 60 Schmetterlinge frei. Bei den Faltern handelt es sich um Arten, die vom Aussterben bedrohtsind. Claire hat sie alle intensiv studiert, um ihre Physiognomie wirklich zu begreifen. Sie hat sie aus einer orographischen Karte von Großbritannien (die Höhenstrukturen wiedergibt) herausgeschnitten. In Manchesterz. B. umschwärmen sie ein präraffaelitisches Gemälde. Claire Brewster Arbeiten zirkulieren alle um ein
zentrales Thema: die Schönheit und Freiheit der Naturim subtilen Kontrast zu den kreativen Versuchen der Menschen, sich ihre Phänomene strukturiert und systematisch zu erschliessen. Die Künstlerin macht den Menschen mit ihren Paper Cuts ein Geschenk: einen Moment der Besinnung und Ruhe beim Anblick ihrer Werke. Und sie appelliert an uns: Jede handwerkliche und wissenschaftliche Präzision können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es sind, die die Natur respektieren sollten, nicht umgekehrt.

© Schnuppe von Gwinner 2012 - veröffentlicht in der Zeitschrift Handmade Kultur 2/2013 April - August 2013

Damen-Duo in Ton - Claydies

Wenn Karen Kjaeldgard-Larsen und Tine Broksø den Tisch decken ist alles wie immer aber nichts ist wie es war. Seit elf Jahren verblüffen sie im Teamwork all jene, die es wagen über den Tassenrand hinaus zu schauen. Aus ihrer Mädchenfreundschaft, die sie 1995 an der Danish Design School in Kopenhagen schlossen, wurde die erfolgreiche Kooperation als "Claydies", deren Keramiken inzwischen längst internationale Aufmerksamkeit wecken. Man kann ihre Objekte heute im MoMa Shop in New York, aber auch in Japan und Korea kaufen.
Im Sommer 2011 lädt die neue Direktorin des dänischen Designmuseums Trapholt die beiden "Claydies" zu einer Werkschau ein. Das Modell des Ausstellungsraumes steht als Puppenstube im Kopenhagener Studio, wo ich die beiden besuche.
Tine erklärt: "Wir haben ein Ambiente aus lauter Kuben geschaffen, deren Proportionen denen von Stuhl, Tisch und Schrank, also einer ganz allgemeinen Zimmereinrichtung entsprechen. Unsere Dinge lassen sich ganz selbstverständlich darin arrangieren, denn es sind alles Alltagsdinge, Geschirr und Wohnaccessoires. Dazu passt das „Claydies“ Magazin, ein Katalog, der in seiner Themenstruktur einer Zeitschrift entspricht. Das funktioniert perfekt, von den Modeseiten über die Einrichtungsberatung, Rezepte und Gartentipps bis hin zum Kreuzworträtsel!" 


Bevor Karen und Tine im Jahr 2000 ihre Company "Claydies" begründen, landet Karen noch einen tollen Coup:  Sie entwirft das Design ‚Mega’ für Royal Copenhagen, dessen sensationeller Erfolg sie bis heute begeleitet. Als „Cladies“ sind sie zwei Individuen, die eine Keramikerin geworden sind. Ein Organismus mit zwei Köpfen, zwei Arten von Kreativität, vier Armen und vier Händen. Im Rückblick auf elf gemeinsame Jahre sind sie ein wahres Dreamteam,   das sich ohne Einschränkungen als „wir“ begreift und agiert. Dem internen Diskurs über Ideen und Inspirationen folgt die Umsetzung in Objekte, die verblüffend neu gesehen und humorvoll sind, ohne dass ihre Funktionalität darunter leiden würde.
„Wir planen nichts. Wir sind offen für alles was kommt und arbeiten sehr intuitiv. Jede Idee oder Anregung diskutieren wir so lange bis sie verworfen oder realisiert wird. Es muss uns vor allem Spaß machen und wir müssen selbst zutiefst überzeugt davon sein, dass unser Konzept stimmig ist. Wir orientieren uns z.B. am Doppelsinn von Begriffen und Bezeichnungen, die wir wörtlich nehmen und umsetzen.“ So entstand die genähte Kaffeekanne mit Bechern in Anlehnung an das Wort „kitchenware“ oder Porzellangefäße in Knochenform als „bone china“ für ein Restaurant. 

„Auch traditionelle Designs schauen wir uns genau an und interpretieren sie neu.“ Das 'blueclay' Geschirr zeigt eine jahrhunderte alte, dänische Steinzeugtradition in neuem Gewand ohne Material und Technik wesentlich zu verändern. Der Ton stammt aus dänischer Erde und das Prinzip ineinander verlaufender Engoben ist nicht nur aus der skandinavischen Keramikhistorie wohl bekannt.  ‚Psychdelic Record Player’  nennen sie ein Objekt aus Keramikplatte und Grammophon. Es lieferte die Ursprungsidee zum ‚blueclay“ Geschirr, bei dem jedes Gefäß sein individuelles, aus der Gießbewegung heraus entstandenes Muster hat. 


Im Rahmen einer legendär gewordenen Modenschau in der Galerie Nørby in Kopenhagen, präsentieren Karen und Tine Keramikschüsseln als modischen Kopfputz:  schicke Frisuren die auch als Spaghetti- oder Salatschalen bella figura machen. "Das war der Moment in dem wir spürten, dass wir mit Spaß und Unterhaltung als Teil des Produktes die Menschen wirklich erreichen und mit einbeziehen können." Die amüsante Schau der Keramikbobs und Fönfrisuren schaffte es bis ins High Museum of Art nach Atlanta und eine Parade keramischer Fahrradhelme erregte erneut Aufsehen in der dänischen Hauptstadt. 
Seitdem wissen die "Claydies" genau, dass Kommunikation die halbe Miete ist, auch wenn sie behaupten, diese  nicht bewusst zu planen. Es gelingt ihnen dennoch so gut, weil die Kommunikation natürlicher Teil ihrer gemeinsamen Produktentwicklung ist. Der gemeinsame Spaß überträgt sich mühelos auf ihre Objekte. Andererseits mussten sie lernen, dass die Dinge ihre Zeit brauchen bis auch der ökonomische der Erfolg sich einstellt. 


Bereits 2004 entstanden die berühmten "Grass" Vasen für eine Ausstellung im Danish Design Centre in Kopenhagen. Sie lenkten den Blick auf etwas völlig Nebensächliches. Normalerweise stehen Blumen, gerne in üppiger Fülle, im Vordergrund. Mit "Grass" hingegen kann man die Ästhetik einzelner Blüten besonders hervorheben – die Chance für Mauerblümchen! Das kleine Produkt wurde in die "Danish Crafts Collection" aufgenommen und auf der Pariser Messe "Maison et Objet" von den Einkäufern des MoMa Shops ins Herz geschlossen. So viel Ehre ließ nun die Verantwortlichen der Firma Normann Copenhagen das Gras wachsen hören. Seit 2005 besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den "Claydies", deren Produktideen sich dort nicht nur auf Keramik beschränken. Zuletzt wurde der Teppich "Dahlia" ein großer Erfolg.

 Die Inszenierung keramischer Projektideen fand in der Performance ‚Chambers of Horror’ einen weiteren Höhepunkt. Zwölf identische Töpfe wurden erschossen: Ermordet! "Wir wissen dass Keramik scheußlich sein kann, aber kann sie auch regelrecht gruselig sein?" fragen sich die beiden mit diesem Attentat. Auf ihre humorvolle und doppeldeutige Art stellen sie die Beziehung zur traditionellen Ästhetik und dem generellen Image von Kunsthandwerk her. Mit dem "Ceramic Manifesto – Dogma 02" gehen sie im Jahr 2007 diesen Weg weiter und schwören sich auf drastische Spielregeln für die Herstellung ihrer ersten ‚True Feelings’ Keramiken ein. Mit verbundenen Augen, ohne gegenseitige Absprache und Kontrolle, formen sie Dinge des täglichen Gebrauchs. Schief und krumm und blau glasiert wird dieses archaische Geschirr 2007 gemeinsam mit plakatgroßen Nacktfotos der „Claydies“ in Aktion in der Liljevalchs Kunsthall, Stockholm ausgestellt. Die Aufmerksamkeit ist ihnen damit sicher. 

Doch das Risiko eines nur kurzlebigen Sensationseffektes heben sie geschickt auf indem sie aus dem Geist dieser Performance das Tafelgeschirr "True Feelings" entwickeln. Von Hand geformtes Porzellan: Kannen, Tassen, Teller, Tortenplatte, Zuckerdöschen, Vasen, Löffel und alles was man sonst für eine gut ausgestattete Kaffeetafel braucht, präsentiert sich in delikatem Elfenbeinweiß als ebenso funktionelle wie feine Inkarnation des Handgemachten. Die romantische Tradition einer beschaulichen Nachmittagszusammenkunft bei Kaffee und Kuchen verknüpft sich mit dem Hintergedanken an die makellosen Körper der schöpferischen "Claydies" - mehr  Geschichte hinter dem Produkt geht kaum. 


Die „Claydies“ pflegen unbeirrt ihre Unabhängigkeit und ihren speziellen Humor. „Bisher haben wir uns niemals auf Kompromisse eingelassen, auch in der Zusammenarbeit mit den Firmen nicht. Wir möchten das Handwerkliche weiter verfolgen und gute Konzepte für unsere Unikate entwickeln. Da ist natürlich das wachsende Interesse der Unternehmen, wie Normann Kopenhagen und Kaehler Design, aber wir werden doch eher unsere Interessen verfolgen. Es ist so viel Business und so viel fremde Arbeit darin und wir möchten doch vor allem das tun was uns glücklich macht. Wir möchten weiter nach Inspirationen suchen und diese in überraschende Produkte umsetzen, die etwas über den Gebrauch und den Geist der Dinge verraten.“


© Schnuppe von Gwinner 2011 - veröffentlicht in der Zeitschrift "Neue Keramik" 1/2012

Silber Sommer Galerie

"Mit Essen spielt man nicht" hören wir alle noch unsere Mütter sagen!

Dass man damit, ohne den Ruch des desspektierlichen, sehr gut spielen kann beweist ein Projekt mit dem poetischen Namen "Silber Sommer Galerie".
Ulla Mayer, lange Jahre Professorin der Klasse für Gold- und Silberschmieden an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg, hatte Anfang 2002 die vorausschauende Idee. Sie stiftete die Studierenden an, ihr Silbergerät aus den Vitrinen ins Leben zu holen und es zur Benutzung frei zu geben. Mit der "Silber Sommer Galerie" auf der Inhorgenta Messe in München kamen die Besucher in den Genuß neue Entwürfe, Unikate und Prototypen der Studierenden nicht nur kennen zu lernen sondern auch auszuprobieren.
Die Aktion "Silber Sommer Galerie" wurde über viele Jahre zu einem erfolgreichen Projekt der Akademie auf der Inhorgenta. Es inszenierte eine Selbstverständlichkeit. Silber- und anderes Gerät der Studierenden konnte hier nicht nur bestaunt, bewundert und auch hinterfragt werden. Es wurde benutzt, erobert und diskutiert. Das Koch Team von El Paradiso aus Nürnberg kreierte sogar eigene Gerichte für die manchmal sonderbaren oder ungewöhnlichen Geräte der Ausstellung.




Die Gerätschaften der "Silber Sommer Galerie" boten, für Gäste wie Aussteller, Inspiration und neue Erfahrungen im Umgang mit Essen, Trinken und dem eigens dafür entwickelten Gerät. Als "Erlebnis Restaurant" der besonderen Art passte die "Silber Sommer Galerie" ideal in den Kontext der Messe. Sie etablierte sich als Treffpunkt für Geschäftsleute, Designer, Künstler und Kunden.
Der Tisch, die Tafel, ist per se der Kommunikatonsort schlechthin. In den meisten Kulturen der Welt wird den gemeinsamen Mahlzeiten ein ganz besonderer, kommunikativer Wert beigemessen. Hier teilt man gemeinsam Themen und Speisen, in angeregter Unterhaltung  - am großen Tisch der "Silber Sommer Galerie" bereichert um Erfahrungen mit den innovativen Geräten der jungen Gold- und Silberschmiede. Wahrlich eine perfekte Symbiose, die sicher auch für andere Designmessen gut funktionieren würde.
Im Jahr 2010 übernahm Alessandra Pizzini, frühere Assistentin von Professorin Mayer, das Projekt.




Auch ihr Ziel ist es, dem Publikum zeitgenössisches Tafelgerät näher zu bringen. Die Entwicklung einer neuen Tischkultur zu fördern und, nicht zuletzt, ein Podium für junge Designer und deren innovative Stücke zu schaffen. Sie öffnete die Aktion 2011 auch für Studierende weiterer Hochschulen, weil sie sich dadurch noch mehr fruchtbare Debatte, noch mehr Abwechslung und Inspiration für alle Beteiligten erhoffte. Die Gold- und Silberschmiedeklassen aus Pforzheim, Birmingham und Hildesheim kamen dazu.
Für Alessandra Pizzini steht die Zusammenarbeit und gemeinsame Reflexion mit den Studierenden und Gästen über Ess-Rituale, Handhabung und den gesellschaftlichen Stellenwert von Essen, im Vordergrund des Projektes. Die "Silber Sommer Galerie" bietet ein Forum, das es so kein zweites Mal gibt. Es ermöglicht ebenso überraschende wie wertvolle Erfahrungen. Alessandra Pizzini schildert das besondere Beispiel der "Futterspieße" von Ja Kyung Shin. Diese ganz langen Gabeln ermöglichen, sich gegenseitig aus größerer Entfernung zu füttern – allerdings kann man nicht selbst damit essen! "Es war fantastisch zu beobachten, wie die Dinge plötzlich ganz intim wurden. Was passiert, wenn jemand über den großen Tisch einem anderen eine Olive an den Mund führt? Nimmt er sie an? Vereigert er den Kontakt? Ist es lustig oder eher unangenehm?" Solche Fragen stellen sich nicht an einem normalen Tisch mit üblichen Essgeräten. Aber sie stehen für inspirierend neue Möglichkeiten gemeinsam zu essen und zu kommunizieren. Experimente und Anregungen dieser Art finden sonst eher selten ein öffentliches Forum.






Im Jahr 2012 gastierte das Projekt der "Silber Sommer Galerie" in veränderter Form auf der IHM – Internationalen Handwerksmesse München. Die Studierenden der Metallklassen aus Halle – Burg Giebichenstein, London – Metropolitan University und Düsseldorf – Fachhochschule ergänzten die Gruppe der Aussteller um ein weiteres Mal. Die Aktion auf der IHM nannte sich "walking table", d.h. Ein Tisch wanderte im Sinne eines "pop up events" über die Messe und lud das Publikum ein, mit Exponaten Tee oder Kaffee zu trinken und sich darüber auszutauschen. Ergänzend fand ein Designgespräch mit Simone ten Hompl und Christine Lüdecke statt. Auch hier genossen alle die unkonventionelle und inspirierende Begegnung mit den Geräten der Studierenden.
 

Nach der "Silber Sommer Galerie" auf der Inhorgenta, wo tafeln und speisen im Mittelpunkt standen – nach der Reise der Dinge beim "Walking Table" der vergangenen Handwerksmesse, plant Alessandra Pizzini für 2013 die "Silber Sommer Galerie" als Ausstellung "Zu Tisch" wieder auf der IHM. Sie wird flankiert von einem Unternehmensforum zum Thema "Unikat und Serie" bzw. "Produkt und Unikat". Da die Zahl der Teilnehmer inzwischen derart angewachsen ist, wird eine Auswahl der Exponate durch die Kuratorin, mit Unterstützung der Galeristin Rosemarie Jäger, vorgenommen. Hierbei soll berücksichtigt werden, welche Themen und Tendenzen an den verschiedenen Hochschulen besonders aktuell sind. Der Kreis der eingeladenen Hochschulen erweiterte sich um die Keramikklasse Halle – Burg Giebichenstein und die Stockholm – Konstfack. Die Veranstalter hoffen ganz besonders auf die aktive Teilnahme der Studierenden, die während der Ausstellung ihre Objekte erklären oder in Performances vorstellen können. Verpflichtend ist für sie die Teilnahme an dem begleitenden Forum, bei dem ausgewiesene Fachleute als Referenten zu den Fragen "Wie schütze ich meine Ideen", "Wie vermarkte ich meine Produkte?", "Wie spreche ich über meine Objekte?" Stellung nehmen werden. Simone ten Hompel, Professorin an der London Metropolitan University, wird in einem Gespräch mit den jungen Designern einige prägnante Stücke betrachten um die Wichtigkeit des schöpferischen Schaffensprozesse zu diskutieren.

Alessandra Pizzinis Organisations- und Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass sich die "Silber Sommer Galerie" immer wieder neu erfindet und damit die wohlwollende – und ökonomische – Unterstützung durch die Messeveranstalter bekommt. Als ein lebendiges Ereignis, das zum Thema Tischkultur und Tafelgerät neuen, überraschenden und unkonventionellen Beiträgen ein wertvolles Forum bietet und damit auch die Messe bereichert. Hier kommt inzwischen die europäische Avantgarde zusammen, um sich gemeinsam den Fragen des Publikums, der Fachleute und Kollegen zu stellen und ihre Erkenntnisse daraus zu ziehen.

Der Wunsch nach individuellen Objekten als Ausdruck der unverwechselbaren Identität des Benutzers wird in unserer Gesellschaft immer spürbarer. Die Tafel als Sinnbild für private oder öffentliche Gemeinschaft ist schon immer ein wichtiger Ort der Kommunikation gewesen. Am gedeckten Tisch wird gemeinsam gegessen, geredet, gefeiert und Zusammenhalt gelebt. An diesem Ort werden Utenislien gebraucht, die gleichzeitig Werkzeug und Symbol sind. Mit ihren Vorschägen hinterfragen die jungen Designer alltägliche Gesten und Funktionen, Rituale und Gewohnheiten rund um die Zeremonie des essens und trinkens bei Tisch. Ihre Impulse aus dem Kontext der "Silber Sommer Galerie" sind eine wertvolle Bereicherung für die Messe und ihre Besucher.  
© Schnuppe von Gwinner 2012 - veröffentlicht in der Zeitschrift Kunsthandwerk & Design 1/2013

The Toymaker - Robert Race

Robert Race ist der Typ, den sich jedes Kind von ganzem Herzen  zum Großvater wünschen würde. Ein stiller, freundlicher Mann, der kein Wort zu viel sagt und doch voller Überraschungen steckt. Aber er berichtet gerne aus seinem reichen Leben als "toymaker", als Spielzeugmacher, wie es auch in seinem Pass steht.  Sein Leben wechselt zwischen Phasen introvertierter Tüftelei und Kreation und Phasen intensiver Öffentlichkeit, in der ihm seine vielen Bewunderer mit intensiver Neugier und Emotionen begegnen. Beides geniesst er sichtlich, meistens mit einem veschmitzten Lächeln. Als ich ihn vor vielen Jahren kennen lernte verkörperte er für mich sofort das alte Sprichwort "stille Wasser sind tief". Er selbst würde sich nicht als humorvoll bezeichnen, eher als vergnügt und unbeschwert. Er liebt es Geschichten zu erzählen und mit schrägen Ideen zu verblüffen. Und er hofft natürlich, die Menschen mit ihrem Witz bezaubern.


Im engen Strassengewirr der englischen Kleinstadt Bradford on Avon steht das uralte, graue Steinhaus, das er seit Jahrzehnten mit seiner Frau Thalia bewohnt. Es steht dort schon viele hundert Jahre, nach aussen trutzig und wehrhaft. Doch das Innere offenbart sich als beredter Lebensraum seiner Bewohner. Die Wände des Wohnzimmers sind hinter Bücherregalen verborgen, in denen es sich nicht nur Bücher sondern auch jede Menge Spielzeug und kleine Kunstwerke gemütlich gemacht haben. Die Möbel, so berichtet Robert Race stolz, habe alle sein Vater entworfen. Nach dem Krieg. Für die ersten Prototypen wurden Anfang der 50er Jahre die notwendigen Metallteile aus alten Waffen recycelt. Der Einfluss des Designer-Vaters auf den Sohn kamjedoch erst spät zum tragen. Der Onkel hatte als Wissenschaftler mehr Einfluss auf den jungen Robert, der in seinem Arbeitsleben eine wissenschaftliche Karriere als Lehrer und Schulleiter machte.


Schon in den 80ger Jahren widmete sich Robert mehr und mehr seiner Spielzeug-leidenschaft. Er bereiste Mexiko, Japan, Indien und Indonesien. Dort faszinierten ihn die Spielzeugbauer die, oft an den Strassen sitzend, aus einfachsten Materialien und mit bescheidenen Mitteln faszinierende Spielzeuge herstellen. Die Entdeckung dieser Künstler begründete sein tiefes Interesse und, vor allem, seine Sammlung an Spielzeugen aus aller Welt, die ihresgleichen sucht. Robert stieg immer mehr in das Thema ein. Er baute erst "nur" kleine Objekte für die gut etablierte englische "Dollhouse" (Puppenhaus) Szene. Fast in jedem englischen Dorf gibt es einen Laden für Puppenstuben und Zubehör, die unter anderem auch von lokalen Bastlern beliefert werden, sodass man überall sehr individuelle Dinge für sein Puppenhaus finden kann. Das ganze Thema ist unter Sammlern in England bis heute extrem populär.

Doch Robert suchte nach mehr. Ihm entgingen auch nicht die Entwicklungen um das Cabaret Mechanical Theatre, das Ende der 80ger Jahre von Fallmouth in einen kleinen Showroom in Covent Garden nach London umzog. Es etablierte sich eine "Automata maker" Szene um Sue Jackson, Peter Markey und Paul Spooner, die eine immer größere Anhängerschaft und immer  mehr Automata maker für sich gewann. Robert Race sagt, dass er relativ spät etwas davon mitbekommen habe, doch das Thema "mechanisches Künstlerspielzeug" habe offenbar in der Luft gelegen. Ein Glück, denn so entstanden auch für ihn ideale Bedingungen seine Objekte auszustellen und zu verkaufen. Andererseits war er immer ein Aussenseiter dieser Szene, weil seine Spielobjekte so besonders und anders als die der anderen waren und sind. Die kleine Bewegung ist der Schlüssel zu seinen Arbeiten. Formal haben sie als Figuren und Objekte schon eine Ausstrahlung - doch erst die Bewegung erweckt sie zum Leben und vermittelt ihr einzigartiges Wesen.


Wenn man sagt, man fährt ans Meer, dann hofft man auf einen schönen Ferientag. Für Robert Race bedeutet ein Ausflug an den Strand harte Arbeit. Ein paar Mal im Jahr fährt er, vor allem wenn es gerade einen schönen Sturm gegeben hat, an die Küste und sammelt Material. Treibgut, Treibholz, Steine mit Loch und Muscheln, lauter Schätze, die er oft Kilometer weit über den Kieselstrand schleppen muss. Dieser Tag am Strand, so sagt er, ist gleichzeitig sehr inspirierend und körperlich anstrengend. Nichts wird dort festgelegt, alles ist offen. Erst wenn er seine Beute zuhause in das kleine Hinterhaus-Lager einräumt, sortiert er das Gefundene nach möglichen Optionen. Ein lange liegen gebliebenes Stück kann durch einen Neuzugang durchaus die Berufung zu einem Meisterwerk bekommen, ein anderes plötzlich in völlig neuem Zusammenhang gesehen werden. 

"Keep it simple" ist ein Leitspruch von Robert. Seine Werke leben mit dem Echo der voraus gegangenen Leben ihres Materials. Seine Wesen interpretieren angebotenen Formen neu und oftmals geradezu anrührend. An einem "Muttering Bird" ist genau genommen nicht viel dran, doch mit klappenderndem Schnabel erzählt er uns unendlich viel von der Welt. Und so geht es auch mit den anderen Wesen, den schwebenden und hüpfenden Vögeln, den nimmermüde kreisenden Insekten, den treu blickenden "ruminants", den Wiederkäuern, und den emsigen Kanuten und Indianern, die nicht müde werden Vögel, Kaninchen und Katzen in ihrer "hölzern' Wurzel" über imaginäre Wasser zu schippern. 

 
Robert kann es aber auch ironischer, wenn er ein "rowing couple" (ruderndes Paar) in einem Boot gegeneinander antreten lässt. Fein beobachtet! Objekte wie "talking birds" oder " watching girls passing by" verraten, dass Robert keineswegs ein weltfremder Träumer ist. Er ist ein feiner Beobachter, der mit mit einer kleinen, simplen Bewegung zaubert. Wer je die Gesichter der Menschen beobachten durfte, die sich seinen Figuren nähern wird verstehen: dieses Lächeln und Erstaunen beinhaltet auch immer ein Erkennen. So einfach ist das! Der "balancing bird" schwebt an einer gebogenen Fahrradspeiche um seinen zerklüfteten Treibholzfelsen: eine kleine Brise, ein Pusten, ein Luftzug setzt ihn - und unsere Emotionen - in Bewegung. Eine kleine Holzkurbel oder ein Pendel - mehr braucht Robert Race nicht um aus einem Stöckchen, zwei Federn, einem Stück Draht, und vielleicht einer kleinen Muschel, ein ganzes Universum an Assoziationen und Gefühlen entstehen zu lassen und uns damit in seinen Bann zu ziehen.


Als seine Kinder aus dem Haus waren baute er die "Seaside Machine" – ein sensationelles Ungetüm, das von den Badewagen inspiriert wurde, wie sie vor über hundert Jahren an den Meeresstränden üblich waren. Also ist es völlig klar, dass man in der „Seaside Machine“ eine gut sortierte Bibliothek leichter Ferienliteratur und Liegestühle findet, aber auch Musik und ein Puppentheater, verschiedene Windspiele, kleine Schübe und Vitrinen für die Fundstücke die man ja immer am Strand findet – und jede Menge kleiner und erstaunlicher Überraschungen. Diese Donnerwetter-Maschine brauchte einen Platz und so gab die Familie Race kurzerhand ihr Esszimmer auf und ließ sie dort einziehen. Auch der größte Teil der Spielzeug-Sammlung hat dort in respeteinflössenden Archivschränken eine Heimat gefunden. Nur wenn die Großfamilie zusammen kommt muss die Maschine im Garten stehen – sonst wird in der Küche gegessen.
Überall im Haus stehen und hängen Spiel- und Spassobjekte, die man beim Zähne putzen ebenso bewundern kann wie vor dem einschlafen, auch wenn man sich da eher auf die Schäfchenzählmaschine über dem Gästebett konzentrieren muss.

Über all dem schwebt ganz oben unter dem Dach das Himmelreich von Rober Race: seine Werkstatt und Sachensammlung. Hier oben, mit einem weiten Blick über die alte kleine Stadt, spinnt Robert seine Geschichten und überträgt sie in zauberhafte Objekte. Mit grenzenloser Fantasie und viel Geduld entwickelt er dort die Szenerien, Figuren und Wesen, die durch einen kleinen Stups, einen subtilen Dreh oder leises Pusten für einen kurzen magischen Moment zum Leben erwachen und uns glauben machen wollen, dass echtes Leben in ihnen steckt.

© Schnuppe von Gwinner 2012 - veröffentlicht in der Zeitschrift Handmade Kultur 1/2013 Januar - März 2013

Wie ein Faden fällt - Rosa Dames

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Tonlos. Weich. Flexibel. In einer unvorhersehbaren Form landend. Gerade. Als Bogen. Als Schnörkel. Leise und überraschend. Ein Nichts an Bedeutung das alles beinhaltet. "Wie ein Faden fällt“ nennt die Textilkünstlerin Rosa Dames ihr Werk aus dem Jahr 2011. Minimalistisch, graphisch bezaubernd, ein "Apercu" - ein Assoziationsblitz – so liebevoll und akribisch festgehalten. Ungeordnetes in Ordnung, in die Reihe gebracht. Damit die Botschaft vom Zufall, von der Kostbarkeit des Details lesbar wird.

"Anlässlich der 5.Europäischen Quilt-Triennale 2012 wird der von der Unternehmensgruppe Betty Barclay erneut ausgelobte Doris Winter Gedächtnis-Preis für Innovation im Bereich Material, Technik und Entwurf in Höhe von € 5.000,- der deutschen Künstlerin Rosa Dames - bei der früheren deutschen Quilt-Biennale bereits mehrmals vertreten – für ihre Arbeit „Wie ein Faden fällt“ zuerkannt." (Pressetext)

Das kam leise und überraschend, passend zu Rosa Dames, die sich natürlich sehr darüber freut. Seit 30 Jahren ist ihre leise, beharrliche Stimme in der deutschen Textilkunst nicht zu überhören. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf Details, die uns auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen. Doch in ihren Werken erfahren sie eine Interpretation, deren Fürsorge und Fragestellung berührt. Metaphorisch wirken diese, durch entdeckte oder provozierte Zufälle und Gestaltungskonzepte geschaffenen Textilbilder. In der Handarbeit, im Nähen von Stichen, führt Rosa Dames ein Zwiegespräch mit dem entstehend Werk.

Ganz am Anfang, 1984 entsteht "Elses Nachtlied". Auf einem schwarzen Wollstoff geht Rosa Dames hin und her und dokumentiert ihren eigenen Bewegungsablauf wie die märchenhaften Geschwister Hänsel und Gretel mit Kieselsteinen und Brotkrumen im dunklen Wald. Sie lässt ein gefundenes, besticktes Satin- und andere Bänder Spuren legen. Ariadne's Faden kommt uns in den Sinn, wenn wir den Spuren des entstandenen Linienlabyrinthes folgen. Wege durch einen nächtliche Stadt, über helle Plätze und dunkle Strassen. "Ach Else, sing mir ein Lied" - Singen vertreibt die Angst in der Dunkelheit, auf unbekannten Wegen.

In der "Glienicker Verlobung" von 1985 inspirieren die grünen Teile des Verlobungskleides von Rosa Dames den Titel, dessen romantischer Bezug den Betrachter erstmal in die Irre führt. Die geblümten Stoffe wird er ohne Vorkenntnisse immer zuerst als Verlobungskleid interpretieren. Das schwebende Tüchlein, in das vielleicht erste Tränen der Rührung verdrückt wurden, und all die anderen chaotisch zueinander stehenden Flächen, die das Chaos der Gefühle symbolisieren könnten.
Das alles wird mit präsisen, strukturbildenden Steppstichen zusammengehalten. Eine Form ist nicht auszumachen. Doch die feine Näharbeit in diesem Werk erscheint mir synonym mit dem so genannten "weiblichen Hausfleiss". Das formale - gefühlsmässige - Chaos wird von der feinen Handarbeit gebändigt, so wie die bürgerlichen Spielregeln das Verloben und Verheiraten dem unstrukturierten "verliebt sein" bannen und in konforme Bahnen lenken.

Idee und Konzept des klassischen, nordamerikanische Patchworkquilts schwappte in den frühen achtziger Jahren als neueste Handarbeitsmode über den Atlantik und wurde für viele Textilkünstlerinnen Ausgangspunkt zur Entdeckung der eigenen Kreativität.

Rosa Dames wurde Teil und Ausnahme dieser Bewegung. Im Patchwork interessieren sie vor allem Prinzipien der Reihung und ihrer Verschiebungen, Unordnung innerhalb von Ordnung, Ruhe und Bewegung. Ihr Hauptwerk in diesem Zusammenhang wurde von den vielen Bauarbeiten zur Vorbereitung des 750sten Stadtjubiläum von Berlin, und die damit verbundene Allgegenwart von rot-weissen Absperrungen, Baken und Flatterband inspiriert. Sie nennt sie „B-749 hebt ab“ (1986) und "Mobile Reihen" (1987). Konzentriert auf Rot und Weiss spürt die Künstlerin den graphischen Bewegungen unregelmäßiger Rechtecke bzw. Rauten nach. Neben der technischen Meisterschaft in der Ausführung fasziniert die Lebendigkeit der Flächen: Bewegtes Raster oder Klötzertürme, flächig oder in die Tiefe gestaffelt, schwebend oder wachsend, kurz vor dem Einsturz oder wie von einer Explosion versprengt. Jeder Blick offenbart Neuigkeiten, nichts bleibt wie es ist. Reduziert auf minimale formale Mittel, völlig konzentriert auf die Umsetzung der Idee, entstanden hier wirkliche Meisterwerke.

Ihre jüngste Arbeit "Exerzitium der Stiche"- seit 2010 - knüpft an diesen methodischen Minimalismus an. Bisher entstanden 63 Farbfelder (work in progress) für die Rosa Dames auf 20 x 20 cm große Leinenquadrate überwendliche Stiche aus farbiger Knopflochseide aneinanderreiht. Jedes Quadrat entsteht in neuer Farb- und Flächenaufteilung. In immer neuen Zusammenstellungen können diese Teile zu einem vibrierenden Farbfeld zusammengelegt werden. Anlässlich einer gemeinsamen Päsentation mit der österreicherischen Dichterin Veronika Seiringer in Helfenberg entstand eine schönes Buch das Gedichte und die Abbildungen der genähten Farbfelder zusammen führt. Rosa Dames beschreibt dort die bewegende Geschichte zu dieser Arbeit, die sie zur Erinnerung an ihre eigene Lehrzeit „und das geduldige Einüben des sogenannten überwendlichen Stiches“ verfolgt. Sie widmet sie als „Exerzitium der Stiche“ den vielen Näherinnen und fleissigen Händen in den Schneiderateliers der blühenden Berliner Modeindustrie der 50ger Jahre und der „Berliner Nähseidenfabrik“ WERA.

Die Kraft der Arbeiten von Rosa Dames liegt darin, dass sie eine sehr eigenständige und wirkungsvolle, künstlerische Sprache gefunden hat, um das Phänomen der Bedeutung des Kleinen für das große Ganze sichtbar zu machen. Natürlich wissen wir, dass jeder Tropfen Wasser zählt wenn es darum geht das große Meer zu betrachten. Jedes Blatt für einen Baum, jedes Sandkorn für die Wüste, jeder Stein für ein Haus. Das sind ja Allgemeinplätze. Doch bei Rosa Dames sind es eben keine Allgemeinplätze. Sie schöpft aus ihrem textilen Hintergrund und erkennt dort den Kontext von Materialästhetik und Bedeutung. Ihre Konzepte vermitteln einen Zusammenhang zwischen Zufall und Struktur, der uns überhaupt erst erkennen lässt "wie ein Faden fällt".

© Schnuppe von Gwinner, Mai/Juli 2012 als Katalogbeitrag für ein Werkverzeichnis von Rosa Dames (erhältlich über die Künstlerin) und in der gekürzten Fassung erschienen in der Zeitschrift Kunsthandwerk & Design 5/2012

Der Katalog "Elses Nachtlied" mit diesem Text sowie schönen Abbildungen von Quilts und Materialbildern der Künstlerin Rosa Dames erschien im Juli 2013
 - erhältlich über rosa.dames (at) gmx.de

Porzellan - Barbara Hast

Zeit still stehen lassen. Zaghaft berühren. Ungläubig bestaunen.

Die feinen Prozellandinge von Barbara Hast sind nur so zu erfassen. Ihre Anwesenheit ist schimmernd Naturweiss, etwas heller als Elfenbein, etwas dichter als Eierschale. Durch und durch künstlich und kostbar sind sie als Metamorphosen natürlich gewachsener Früchte und Pflanzen, die diese eigensinnigen Kreationen aus weissem Gold vage inspirierten. In aller Bescheidenheit zitieren sie die opulente Naturliebe des 17. Jahrhunderts und erinnern an exotische Kuriositäten barocker Schatzkammern. Ihre Gegenwart wird von Reminiszenzen getragen, die nicht eindeutig definierbar, aber doch assoziativ zu erahnen sind. Die Objekte von Barbara Hast strecken ihre unsichtbaren Wurzeln und Fühler in alle Richtungen von Zeit und Geschichte um ihre faszinierende Präsenz im hier und jetzt zu entfalten.

Barbara Hast formuliert in ihrem Werk eine permanente Hommage an die Feinsinnigkeit der natürlichen Schöpfung. Die Zeit mit inbegriffen, denn sie nimmt davon so viel wie sie braucht, um aus dem Porzellan die Gefässformen zu drehen und zu gestalten: im klassischen Formenrepertoire von Dose, Becher, Kanne oder frei und schöpferisch eigenen Fantastereien folgend, oder beides zu zusgleich. 


Nur wenige Zentimeter hoch sind kleine Dosen mit geraden oder kugeligen Wänden und akkuratem Deckel. So genannte „Prinzessinendosen“ schaffen daneben mindestens das doppelte Volumen und die doppelte Höhe. Sie haben geschwungene „Hüften“ und dicke Bäuche wie ihre Vorfahren im Barock. Ihre gegenwärtigen großen Schwestern aus der Hand von Barbara Hast sind wie makellose Kürbissfrüchte gewachsen, deren Mitte durch die mäandernde Linie des Deckelrandes geteilt wird. Alle Dosendeckel lüpft man an einem rafiniert geschnitzten Knauf, der wie eine stilisierte Knospe oder Frucht ausgebildet ist.


Eine geradezu märchenhafte Atmosphäre schaffen die Teekannen von Barbara Hast, meistens in Begleitung zarter, dickbäuchiger Schälchen die auf ein bis mehreren Beinchen oder Tentakeln daher kommen, wie die Kannen selbst auch. Man fühlt sich in das Teehaus inmitten eines verwunschenen Parks versetzt, oder auch zu Gast bei Märzhasen, Schuhmacher und Haselmaus. Charaktervoll und wesenhaft bevölkern die Kannen mit ihrem Gefolge den Tisch. Fast hört man sie wispern und flüstern als wären sie aus einer misterösen Geschichte in die reale Welt geraten. Schon seit vielen Jahren schickt Barbara Hast auch eine Parade vielfältiger Becher hinaus in die Welt, die in Form und Ausdruck davon erzählen, wie spannend es ist, ihre gemusterten Bäuche zu umfassen und ein warmes Getränk daraus zu schlürfen oder einen kleinen Feldblumenstrauss darin zurecht zu zupfen. Die Gesellschaft all dieser aufmerksamen Prozellane erinnert an die Kostbarkeit von Zeit und schönen Momenten.



Für eine andere Serie scheint Barbara Hast Unterwasserwelt-Fantasien vor Augen gehabt zu haben. Abstrakte Seeannemonen, Korallengebilde und Muschelgehäuse sind Vorbild für Objekte, die nur mehr Augenschmaus sein möchten und keinerlei Nutzung nahe legen. An ihnen lebt Barbara Hast ihrer ganze Detailverliebtheit mit unbändiger Gestaltungsfreude aus. Hinzu kommt das Moment erstarrter Bewegung, das Wogende eines fiktiven Wasserstroms, das dynamische Aufspritzen einer Flüssigkeit, das sie geradezu magisch festhält für diesen Moment, einen Atemzug und die Ewigkeit.

Monochrome Reliefmalerei bekleidet mit seinem raffinierten Schattenspiel die Flächen der Porzellane von Barbara Hast. Mal im Stil der Renaissance, mal dekorativ folkloristisch, mal als Schneegestöber einer Tupfenstruktur. Die Muster werden mit auf sorgfältig abgemixten Porzellanschlicker und ruhigster Hand aufgetragen. Reine Meditation, die viel Raum für Gedankenspaziergänge lässt. So gibt eins das andere, wird als Idee geboren, entwickelt und umgesetzt, um dann wieder selbst zum Ausgangspunkt für die nächste Schöpfung zu werden, im ständigen Strom der Assziationen.


Barbara Hast ist selbst ganz und gar ein Unikat unter den Keramikern. Sie gehört keiner Schule an, sie verfolgt keine bestimmte Stilrichtung sondern verfolgt ihren ganz eigenen Weg in ihrem ganz eigenen Tempo. Nach einer Keramiklehre bei Regina Fleischhut in Bederkesa arbeitete sie zehn Jahre lang in verschiedenen Werkstätten und machte sich 1996 in Neuendorf/ Schleswig Holstein selbständig. Auf den regionalen Töpfermärkten zeigte sie ihre Steinzeuggeschirre, deren historisierende Poesie schon im Ansatz darauf verwies, was noch kommen sollte.

Ich werde nie vergessen, wie ich auf einem verregneten Sommermarkt in Kellinghusen das erste Mal wenigen Porzellanbechern und Barbara Hast selbst begegnete. Sofort war ich von dieser zurückhaltenden Person und ihren so liebevoll gemachten Objekten eingenommen und wollte mehr, mehr, mehr. Doch Barbara steckte damals noch tief in der Experimentierphase mit dem Porzellan und war eher beunruhigt, über den Erfolg ihrer ersten Versuche. Sie brauchte Zeit. 2004 wurde sie in die Gedok Hamburg aufgenommen, das mit dem Porzellan klappte inzwischen hervorragend.

Ihre Erfindung der poetischen Glöckchendosen, aus zart eingefärbter Porzelanmasse gedreht, aussen UND innen gleichermaßen sorgsam dekoriert, läuteten ihren Erfolg ein. Von hier aus wuchsen ihre eigenen Ansprüche an ihre Werke und ihr Aktionsradius. In der ihr eigenen Bescheidenheit und Entschlossenheit verfolgt sie konsequent und eigenwillig ihren Weg. Keiner wird sie jeh zur Eile antreiben oder gar etwas vorgeben können. Sie läßt jede Idee reifen, realisert ihre Geschöpfe mit ihrem eigenen Sinn für Perfektion und Vollkommenheit. Sie bewahrt darin das ganze Geheimis der Magie, die ihre Werke ausstrahlen. Anachronistisch in unserer Gegenwart, in der Zeit Geld ist und Masse statt Klasse dominiert. Barbara Hast vermag mit ihrer anderen Zeitrechnung und ihrem eigenen Qualitätsanspruch alle anderen zu verzaubern. Ihre Objekte machen auf bewundernswert subtile Art den wesentlichen Unterschied deutlich.

© Schnuppe von Gwinner 2012 - veröffentlicht in der Zeitschrift Kunsthandwerk & Design 04/2012


Schön verflochten - Diana Stegmann

Die Leidenschaft für das älteste Kunsthandwerk überhaupt erfasste die Flechtgestalterin Diana Stegmann als sie während ihres Kunstpädagogik-Studiums einen Weg aus der Mittelmäßigkeit suchte. Zeichnen, malen, drucken war zwar kreativ und schön. Doch sie wünschte sich ein altes Handwerk von der Pike auf zu lernen um es richtig perfekt zu können. Auf ihrer Suche entdeckte sie die Staatliche Berufsschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels und merkte innerhalb weniger Wochen: das ist es!

 So zog sie aus der Uckermark ins bayerische Lichtenfels um dort ihre dreijährige Ausbildung zur Flechtwerksgestalterin zu absolvieren. Das war von 1999 bis 2002 - eine Zeit in der sich diese Schule vom traditionellen Ausbildungsort für Korbmacher, an dem vor allen die Innung das Sagen hatte, zur Berufsschule für Flechtwerkgestaltung reformierte. Sie ist heute der einzige Ort in Deutschland, wo man das schöne Handwerk des Flechtens noch erlernen kann. Die Atmosphäre dort wird inzwischen von Auszubildenden aller Altersstufen und aus ganz Europa geprägt. Die Menschen, die nach Lindenfels gefunden haben, lassen für die Flechterei alles stehen und liegen. Sie werden gleichermaßen von Faszination und Berufung getragen. Die Ausbildung in einem Meisterbetrieb ist heute aus vielerlei Gründen keine Option mehr. Auch der Meisterzwang fiel zu Beginn des Jahrtausends. In Lindenfels ausgebildete Flechtgestalter haben vielseitige weiter führende Möglichkeiten. Sie können ihren Ausbildung als Gestalter im Handwerk an einer der Akademien des Handwerks abschliessen oder das Gelernte in Berufe wie z.B. Tischlerei, Innenarchitektur oder Ergotherapie einbringen. Und sich selbständig machen, so wie es Diana Stegmann für sich entschieden hat.



 Sie lebt heute mit ihrem Partner, dem Glaskünstler Frank Meurer, in Karwitz, im Landkreis Lüchow Dannenberg. Im Jahr 2011 haben sie dort ihre Werkstätten eingerichtet und Diana Stegmann hat sich natürlich auch eine Plantage mit circa 20 verschiedenen Weidensorten angelegt. Hier gibt es unter anderen die gelbe Dotterweide, die grün bläuliche Steinweide, bläulich rote Reifweide, die schwarze „salix nigra“, an deren Ruten sich winzige Kätzchen ausgebildet haben, wenn man sie recht spät schneidet, und Zaunweiden. Viele Korbmacher kultivieren und kreuzen ihre Weidensorten selbst. Was man nicht in der eigenen Weidenanlage hat kann man bei Großhändlern kaufen, die das Material überwiegend aus Spanien und Süd-Frankreich beziehen. Die wachsende Popularität von Hackschnitzelheizungen in Deutschland führt auch dazu, dass riesige Weidenplantagen für den schnell nachwachsenden Rohstoff angebaut werden – und die Flechtgestalter können davon profitieren.

 Weidenruten werden in der Saftruhe, also von November bis Februar geschnitten und sortiert. Das Holz hat dann noch einen hohen Wasseranteil und muss getrocknet werden. Früher verflochten die Korbmacher die frisch geschnittenen Ruten gleich im darauf folgenden Winter. Bäuerliche Kartoffel- und Reisigkörbe durften ruhig etwas löchrig und schief sein. Auch für den Zaunbau taugen frisch geschnittene Ruten. Doch normalerweise kommt die Ernte eines Winters frühestens im darauf folgenden Herbst zum Einsatz bzw. in den Handel. Man kann sie 40 Jahre lang verflechten. Die Ruten werden eingeweicht und dann verarbeitet. Geschält für reines Weiß flechten, gespalten für die Feinflechterei, ungeschält für vielfarbige Körbe, Objekte und Möbel.


 Diana Stegmann schwärmt: eigentlich braucht man nur eine Schere und ein paar Weidenruten und schon kann man etwas Tolles machen! Schnelle Erfolgserlebnisse begeistern die Menschen, die das Flechten erproben – aber sie erkennen ebenso schnell, dass für besondere Objekte dann auch besondere Kenntnisse und Fertigkeiten gefragt sind. Die Wertschätzung für die Arbeiten der Profis wächst in dem Maße in dem man es selbst versucht: In ihren Kursen baut Diana Stegmann Weidentipis und Schiffchenschalen mit Kindergartenkindern, flicht Körbe und Kugeln mit Firmenbelegschaften oder Verbandsmitgliedern. Schnell wird den Beteiligten klar, warum es einen deutlichen Unterschied zwischen billigen Importprodukten aus Fernost und den handgeflochtenen Objekten aus einer europäischen Werkstatt gibt, die in ihrer Qualität und Farbigkeit unnachahmlich sind.

Flechtgestaltung ist zutiefst nachhaltig und Natur verbunden. Der Anbau und die Ernte, Produktion und Verkauf strukturieren sich auf natürliche Weise durch den Jahresrhythmus. Das Vorbereiten und Flechten selbst ist kontemplativ und entspannend, schafft eine innere Ruhe in der man zu sich selbst kommt. Das Gefühl etwas zu tun, was ganz nah am Kreislauf der Natur ist und damit nachhaltig schöne, wertvolle Produkte zu schaffen, die Jahrzehnte lang Freude machen, fasziniert nicht nur Diana Stegmann.


 Auch als Künstlerin hat sie sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Ihre Objekte der Serie „Baskets“ flicht sie in einer eigens entwickelten Technik. Mit kreativer Neugier und künstlerischer Freiheit erforscht sie eigenwillige Möglichkeiten Formen und Oberflächen zu gestalten, die sich aus dem Rhythmus des Flechtens im Zusammenspiel mit dem Material ergeben.

© Schnuppe von Gwinner, September 2012 - veröffentlicht in der Zeitschrift Handmade Kultur Nr. 10 Oktober/ November 2013